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By Jürgen Bergmann

Der Titel des Buches macht deutlich, daB die folgenden Beitriige sehr unterschied liche Themen behandeln. Dennoch haben sie mehrere grundsatzliche Gemeinsam keiten. Erstens geht es allen Autoren urn den Langzeitwandel der deutschen Gesell schaft im 19. und 20. Jahrhundert. Sie behandeln weniger Ereignisse, schnelle Um briiche, scharfe Krisen oder rasche Modernisierungsschiibe als vielmehr in erster Linie langfristige, jahrzehntelange oder sakulare, oft undramatische Veranderungen der deutschen Gesellschaft. So geht es im folgenden urn die langfristigen Vorbedin gungen der Revolution von 1848; urn den epochalen Wandel der sozialen Mobilitat; urn die sakularen Tendenzen der politis chen Partizipation; urn die Strukturwandlun gen hinter den Streikwellen unmittelbar vor und nach dem Ersten Weltkrieg; urn all mahliche Veranderungen der Einkommensverteilung durch Streiks; urn den langsa males Aufstieg und Niedergang einer Berufsgruppe, der Seeleute; urn die zogernde Veranderung der industriellen Arbeit in einer Maschinenfabrik. Diese gemeinsame Langzeitperspektive gilt den Autoren dieses Bandes nicht als einzig legitim oder ein zigartig bedeutsam und schon gar nicht als iiberlegen. Sie ist aber doch bedeutsam und wird oftmals genug vernachlassigt, so daB sie in verschiedenen Themenberei chen gemeinsam verfolgt werden kann. Es wird dem Leser sehr bald deutlich wer den, daB hinter diesem Interesse an dem langfristigen gesellschaftlichen Wandel die Frage nach den gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen vor aHem der In dustrialisierung und Demokratisierung auf die deutsche GeseHschaft steht.

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Prämarketing: Zur Markteinführung neuer Produkte

Die seit den achtziger Jahren zu beobachtende Beschleunigung von Prozessen hat höhere Aktualität denn je. Einhergehend mit diesem pattern hat sich die Bedeutung des Zeitwettbe­ werbs ständig erhöht. Während sich die Bemühungen um die Verkürzung von Prozessen zunächst auf relativ wohldefinierte Aktivitäten wie Produktion, Logistik und Entwicklung kon­ zentrierten, wurden in den letzten Jahren neue Beschleunigungsfelder eruiert.

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Die Notwendigkeit einer Kooperation zwischen Sozial- und Geschichtswissenschaften wird kaurn rnehr angezweifelt, so sehr gerade iiber die Deutungsfahigkeit der Gesellschaftsgeschichte, die sich in dezidierter Weise der Modernisierungstheorie geoffnet hat, gestritten wurde. Eine Untersuchung zur Partizipationsgeschichte irn deutschen Kaiserreich unter rnodernisierungstheoretischen Gesichtspunkten hat auszugehen von Wehlers Deutung des Deutschen Reiches als einer u. a. durch fehlende Lernfahigkeit, vorindustrielle Wertorientierung und sozialdefensive Manipulation gekennzeichneten politisch en Ordnung l .

Die Simultanitat der Modernisierung in verschiedenen Sektoren von Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und Staat war eine Fiktion. Dies ist das Ergebnis partieller wie regionaldifferenzierender Modernisierungstheorie, die insbesondere durch den historisch vergleichenden Zugriff von Stein Rokkan und Reinhard Bendix inspiriert wurde 13 . 11 Daniel Lerner, Tbe Passing of Traditional Society, Glencoe/Ill. 1958, S. XIII. 12 Vgl. allg. Hans-Ulrich Wehler, Modernisierungstbeorie und Gescbicbte, Gottingen 1975.

Die mittelfristige Deutungskraft der Modernisierungstheorien und -kategorien gestattete es nunmehr, von einem "Modernisierungsmodell" zu sprechen, das vor dem Hintergrund einer "idealtypisch" als Ubergangsprozeg zwischen traditionaler und moderner Gesellschaft gedachten Modernisierung bewertet werden konnte. Insbesondere die Entwicklungslanderforschung, aber auch die mod erne Ge- 48 Peter Steinbacb sellschaftsgeschichte scharften den Blick fur die vielfaltige Unterschiedlichkeit gesellschaftlicher Ausgangslagen, die im Modernisierungsvorgang keineswegs nivelliert wurden, sondern weiterhin den Weg in die Moderne bestimmten.

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